Familienwochenende!

Es ist zu einem festen Termin im Kalender geworden – das Familienwochenende Anfang Februar! Da zwei von uns der Liebe wegen weg gezogen sind, macht so ein gemeinsames Wochenende erst recht Sinn. Fast drei ganze Tage sind wir einander auf Gedeih und Verderb ausgeliefert!

Familie ist etwas sehr wertvolles und schönes und ich bin sehr dankbar, dass wir das von unseren Eltern gelernt haben. Aber Familie kann auch anstrengend sein und wenn dir etwas nicht passt, kannst du dich nicht einfach in die Ecke setzen und schmollen. Familie fordert dich heraus, den anderen so anzunehmen wie er ist und sich selbst zurück zu stecken. Doch das Positive überwiegt bei weitem und deshalb entscheiden wir uns jedes Jahr aufs Neue für ein Familienwochenende.

Das Haus selbst trägt enorm zum Wohlfühlen bei und ist einmalig in seiner Art. Es ist kein Freizeitheim, so wie man es kennt. Man hat eher das Gefühl, dass man ist bei jemandem zu Hause. Und das Haus ist in der Tat früher wohl ein Bauernhaus gewesen. Wir mieten das Haus als Selbstversorger und sind somit ganz unter uns. Niemand, nach dem wir uns richten müssen, keiner, der uns irgendwo rein redet, und das schätzen wir sehr. Allerdings sind wir für die Mahlzeiten dann selber zuständig. Aber das klappt ganz gut. Wir haben die jeweiligen Aufgaben aufgeteilt und jeder weiß, wann er dran ist.

Ein lustiges Spiel hat am Freitag ziemlichen Anklang gefunden. Es ist kein neues Spiel, „Ich packe meinen Koffer…“ kennt irgendwie jeder. Der Clou bestand darin, dass man für alles, was man sagen möchte, einen Korken hochkannt in den Mund nimmt. Dabei kommen ziemlich merkwürdige Laute zustande! Wir haben Tränen gelacht. In der zweiten Runde spielten wir dann „Tante Lieschen ist krank…“ Na das war nicht weniger köstlich. Irgendwie müssen die Kinder unser Lachen gehört haben, denn plötzlich standen sie alle um uns herum und starrten uns ganz verdattert an, so nach dem Motto: „Was macht ihr denn?“

Es wird wieder gesungen, getobt, gerannt;  wieder werden Berge an Essen vertilgt, Geburtstag gefeiert, gespielt (und selbst ich, der absolute Spielbanause, lasse mich zum Spielen hinreißen), gebowlt und gekreuzworträzelt  😉 (ist mittlerweile zur Lieblingsbeschäftigung geworden).

Am Sonntag erzählt Andreas eine Geschichte, die sich im echten Leben zugetragen hat. In erster Linie für die Kinder, aber eigentlich geht es uns alle etwas an. Es geht um Wellen, die manchmal drohen uns zu überrollen. Wellen der Angst, der Einsamkeit, der Krankheit, des Verlusts… Doch Jesus ist bei uns – mitten in den Wellen! Oft versuchen wir aus eigener Kraft, die Wellen zu besiegen. Mit aller Kraft wehren wir uns gegen sie und staunen sogar, wie viel mehr wir können, als wir ursprünglich gedacht haben. Doch irgendwann ist unsere Kraft verbraucht, wir sind müde und ausgelaugt und das Ende der Schwierigkeiten ist noch nicht in Sicht. Wie viel besser ist es doch, gleich von Anfang an die Quelle der Kraft anzuzapfen, die niemals versiegt!



Wellen der Angst kommen auf mich zu,
beklemmen und hemmen, nehmen mir die Ruh.
Angst vor dem Leben und der Einsamkeit,
dem Sterben, dem Alltag und der freien Zeit.
 
Wellen der Schuld überrollen mich,
bedrücken, blockieren und vermehren sich.
Schuld durch mein Handeln, Reden und Sein
An Gott und dem Nächsten und an mir allein.
 
Wellen des Leides fesseln meinen Blick,
verdunkeln und lähmen, ziehen mich zurück.
Leid durch Entbehrung, Hoffnungslosigkeit,
durch Bosheit, durch Gräber und durch Krankheitszeit.
 
Wellen der Sorge strömen durch den Tag;
Sie treiben und quälen, werden mir zur Plag.
Sorge um’s Dasein, um das Lebensglück,
um Aufstieg und Ehre und um mein Geschick.
 
Aber Jesus ist immer noch größer,
größer als ich denken kann.
Er hat das ganze Weltall erschaffen.
Alles ist Ihm untertan.

In diesem Sinne,

bis bald, Anna

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Wintertreiben!

Der Winter macht mit uns, was er will! Am Meisten hat er sich er sich bis jetzt von seiner grauen Seite gezeigt. Was haben wir uns über die Sonne gefreut, als sie endlich die Herrschaft am Himmel übernahm, wenn auch nicht für lange. Das bescherte uns frostreiche Nächte und Tage und sogar etwas Schnee viel leise vom Himmel. Ich hatte zwei wissbegierige Kinder, die das Staunen noch nicht verlernt haben, zu Besuch und wir liefen eine ausgedehnte Runde und bewunderten die Schneeflocken. Keine ist wie die andere, jede einzigartig filigran und kunstvoll gestaltet. Was für ein Kunstwerk!

Danach waren wir völlig ausgehungert und freuten uns auf Kakao und Kaffee. Und auf Torte! Das Rezept der selbigen, eine Erinnerung an meine Kindheit, wollte ich mit euch teilen. Den Weg zum Ergebnis hatte ich hübsch in Bildern festgehalten, aber dann ehe ich mich versah, war die Torte bis auf den letzten Krümel gegessen, noch bevor ich auch nur ein einziges Foto machen konnte. Jetzt muss ich euch auf eine nächste Gelegenheit vertrösten.

Winterzeit ist bei mir Strickzeit. Ich ziehe das Stricken dem Häkeln vor. Irgendwie schaffe ich es nicht, eine Sache fertig zu stellen, bevor ich mir etwas anderes vorzunehmen. Nein, ich stricke gleichzeitig Socken, eine Mütze, Filzhausschuhe und ein Cardigan. Mich wundert ja nur, dass ich den Überblick noch nicht verloren habe. Und nun ist dazu noch ein anderes Hobby gekommen… Nachdem ich recht erfolgreich bei Carolien in Ostfriesland gewebt habe, hätte mein Mann mir am liebsten auf der Stelle einen Webstuhl gekauft. Ich konnte ihn grad noch so davon abhalten. Ganz konnten wir aber dann doch nicht die Finger davon lassen und bestellten einen Webrahmen, mit dem man auch schon ordentlich weben kann. Und zu dem ganzen Strickzeug ist jetzt auch noch das Weben dazu gekommen. Wenn’s denn nur bei der einen Sache geblieben wäre! Gleich darauf machte ich mich ans Filzen. Ok, ein bisschen musste ich es auch, denn ich brauchte eine neue Idee für die AG in der Schule. Dafür musste ich es erst mal zu Hause ausprobieren. Hat Spaß gemacht mit den Kindern, wobei wir das Filzen in farblich unterschiedlichen Lagen noch etwas üben müssen, nicht alle sind sorgfältig und konzentriert genug.

Ich hätte ja noch große Lust zu lernen, wie man aus der Wolle die direkt von der Schafschur kommt, das macht, was wir dann fertig im Geschäft als Knäuel kaufen. Aber man kann nicht alles auf einmal machen. Erstmal muss ich Ordnung in meine Strickwelt bringen!

Bis bald, Anna

Spontan geplant oder geplant spontan?

Es ist nicht ganz eindeutig, wie es zu Stande kam, ob geplant spontan oder spontan geplant – auf jeden Fall fanden wir uns in Ostfriesland wieder. Manchmal muss es halt ein bißchen Meer sein!

Eigentlich wäre ich gern über Silvester abgehauen und wollte meine Schwester überreden, sich uns anzuschließen. Aber die hatte nichts Besseres zu tun, als im Familien-Chat zu fragen, was jetzt eigentlich mit Silvester sei. Darauf hin waren sich dann alle einig, dass Weihnachten zusammen zu feiern nicht genug ist, und man deshalb auch noch Silvester zusammen feiern sollte. Nun, Familie versetzt man nicht, also beschlossen wir, zu Silvester wieder zurück zu sein.

Über Airb&b hatten wir ein kleines süßes Bed & Breakfast irgendwo in der ostfriesischen Pampa gebucht, nicht allzu weit weg von der Küste. An der Nordsee scheiden sich ja die Geister, und in der Tat, man kann sie nur lieben oder hassen. Etwas dazwischen scheint es nicht zu geben. Nun, wir lieben die Nordsee! Und Ostfriesland alle mal!

Das Haus haben wir erst mal gar nicht auf Anhieb gefunden, aber als wir es fanden, fühlen wir uns vom selben Augenblick an wie alte Bekannte, nicht wie Gäste. Ein reizendes holländisches Ehepaar hieß uns willkommen und servierte uns in ihrer Küche Kaffee und Kuchen. Und dann führten sie uns durch ihr Haus und durch ihre Scheune geradewegs in Caroliens Atelier, denn Carolien ist Weberin. Und das merkt man. Es gibt Wegstühle über Webstühle! Und Wolle und Garne und Gewebtes! Und ehe ich recht weiß, wie mir geschieht, bekomme ich eine Strickliesel in die Hand gedrückt und bin für den Abend erst mal von der Straße, wie Carolien sagt. Wir besichtigen auch Johns Werkstatt, denn John ist Schreiner, und auch das merkt man. Mit viel Liebe und Eigenleistung haben die Beiden das Haus renoviert und hergerichtet. Da, wo einst die Tiere untergebracht waren, befindet sich jetzt Caroliens Atelier und in der Scheune, die mit Strohballen in zwei geteilt wurde, hat jeden seinen Bereich bekommen, wo er nach Herzenslust werken und basteln kann.

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Für uns steht ein gemütliches Zimmer mit eigenem Bad und eigenem Eingang bereit. Wobei „Zimmer“ es nicht ganz trifft. Wir schlafen nostalgisch im Alkoven und haben dadurch einen zusätzlichen Raum. Wir sind geplättet! Von allem! Denn das, was wir im Internet gesehen hatten, war viel schlichter. Kissenbezüge und Handtücher sind von Carolien gewebt und da, wo andere Gastgeber Prospekte über Ausflugsziele etc. hinlegen, liegen bei Carolien Wohn- und Gartenzeitschriften!

Als wir am nächsten Morgen den „Frühstücksraum“ betreten, sind wir noch mal hin und weg. Vor uns steht ein liebevoll gedeckter Tisch, wie man sich ihn nur wünschen kann. Wir sind ganz für uns, genießen das Frühstück und beobachten die Schafe auf der Wiese, deren Wolle ebenfalls von Carolien verarbeitet wird. Wir lassen uns Zeit und Isy, der Hund, schielt immer mal zu uns herüber, aber gut erzogen wie sie ist, darf sie uns beim Essen nicht stören. Ihre Streicheleinheiten wird sie sich dennoch nicht entgehen lassen und jede Gelegenheit dafür nutzen.

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Das Wetter ist mild und es regnet nicht. Auf an’s Meer! Wir können es kaum erwarten. Es ist gerade Ebbe, aber das macht nichts. Eine steife Brise weht, aber auch das gehört dazu. Ein Kännchen Ostfriesen-Tee nach einem ausgiebigen Spaziergang macht den Tag erst richtig rund. Am Fenster mit Blick auf das Meer und den Strand nehmen wir Platz und schälen uns erstmal auf unseren tausend Sachen. Aber das geht nicht nur uns so, wer kommt schält sich heraus und wer wieder geht, legt die Schichten wieder an, und das dauert! Wir entscheiden uns für Waffeln mit Kirschen und Sahne und Eis – einfach köstlich! Also Waffeln können die! Durch die Tür kann ich sehen, wie sie im Nebenraum frisch ausgebacken werden.

Dann laufen wir noch einmal zum Strand, um nach dem Wasser zu sehen, ob es schon da ist. Es ist am Kommen und wird bald dort sein, wo es immer ist, wenn es nicht gerade weg ist. Ich bin vom Strom der Gezeiten so fasziniert! Die Dämmerung setzt ein und es ist Zeit zu gehen.

Am nächsten Tag frage ich Carolien, ob sie heute vorhat zu weben, ich würde ihr dabei gern einmal zu schauen. Ich weiß nicht, ob Carolien an dem Tag eigentlich etwas anderes geplant hatte, falls ja, dann hat sie für mich ihren ganzen Tag umgekrempelt. Denn was als „zugucken“ begann, endete dann im selbständigen Weben an einem der vielen Webstühle. Carolien bot mir an, mein eigenes Stück Stoff zu weben! Da ließ ich mich nicht lange bitten. Und da es draußen eh regnete, was es der perfekte Tag zum Weben. Da ich nach Caroliens Worten mich nicht allzu doof anstellte, ging es ziemlich gut voran. Dabei erzählte sie mir vom Weben, von sich und von ihren Kinder. Zwischendurch servierte John uns  leckeren Kaffee, Sandwich und Süßes, und da im Atelier weder gegessen noch getrunken wird, saßen wir jeweils in einem ihrer vielen Zimmer, genossen die Freundlichkeit dieser Menschen und plauderten. Solche Gastfreundschaft von fremden Leuten habe ich noch nie erlebt!

Und dann war es auch schon Zeit, die Koffer zu packen. Ein letztes Frühstück, eine herzliche Umarmung und viele Eindrücke, die mit gehen. Es verspricht ein schöner Tag zu werden, die Sonne scheint und wir beschließen, dieses wunderbare Wetter bei einem Strandspaziergang zu genießen. Es ist wunderbar! Leider können wir nicht so lange bleiben wie wir wollen und müssen uns rechtzeitig auf den Heimweg machen. Kaum sitzen wir im Auto, ist die Sonne hinter den Wolken verschwunden, so als hätte der Wind sie extra für uns weggeweht.

Bis bald, Anna

Anders als sonst!

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Dieses Jahr sollte Heiligabend etwas ganz besonderes werden. Nach 22 Jahren würden wir zum ersten Mal für uns allein sein! Zuerst hatte ich ein wenig Angst davor. Was, wenn es einfach nur ein Tag und ein Abend wie jeder andere wird? Was, wenn die anderen es als ein Bruch mit dem Bisherigen, als etwas Endgültiges ansehen würden, so als wollten wir in Zukunft nicht mit den anderen feiern? Sollte doch dieser Heiligabend nur ein Zeichen sein, nicht mehr und nicht weniger. Ein Zeichen der Wertschätzung und des Respekts für meinen Liebsten für die vielen Jahre der Rücksichtnahme auf andere – mal war ich es, mal waren es die jüngeren Geschwister. Allmählich freundete ich mich mit dem Gedanken an und wurde zu wilder Entschlossenheit, alles dafür zu tun, dass unser erster Heiligabend unvergessen blieb.

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Und er wird für immer unvergessen bleiben! Im Schein der Kerzen freuten wir uns darüber, dass wir einander haben und über Gottes größtes und wunderbarstes Geschenk – seinen Sohn! Wir lasen uns Bibelstellen vor, die uns in dieser Zeit besonders bewegten und sangen Gott Lieder des Lobes. Wir beschenkten uns mit dem, von dem wir dachten, dass der andere sich darüber freuen würde. Und die ganze Zeit war eine Vertrautheit zwischen uns, die sich erst über die Jahre des gemeinsamen Lebens einstellt.

Dann kam der 26. und war das genaue Gegenteil von Heiligabend. Wobei…  der einzige Unterschied vielleicht die fehlende Stille und Ruhe waren. Denn wir haben uns auch darüber gefreut, dass wir einander haben und über Gottes größtes und wunderbarstes Geschenk – seinen Sohn! Wir haben auch aus der Bibel gelesen und Gott Lieder des Lobes gesungen. Und wir haben uns auch beschenkt mit dem, von dem wir dachten, dass der andere sich darüber freuen würde. Es ist nur etwas lauter, lebendiger und quirliger. Dafür aber auch abwechslungsreicher und vielfältiger.

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Alles beginnt mit dem gemeinsamen Kaffeetrinken. Nach einander trudeln die einzelnen Familien an. Einige haben noch Plätzchen übrig, andere bringen Kuchen mit. Jeder packt seine Geschenke auf den Geschenketisch und meine Schwestern haben sich mit dem Einpacken selbst übertroffen.  Derweil die Erwachsenen genüsslich an ihrem Kaffee nippen und sich in Gespräche vertiefen, spielen die Kinder schon mal eine Runde mit den mitgebrachten neuen Spielsachen. Und dann wird gesungen! Manch ein Kind würde diesen Teil gern abkürzen, aber Tradition ist Tradition. Einer fragt mich, was dann ist, wenn wir alle Lieder gesungen haben. Dann gibt’s Geschenke, antworte ich ihm.

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Zuerst bekommen die Kinder ihre Päckchen, damit sie anschließend spielen gehen können. Aber ehe man sich versieht, sind alle Kinder wieder da. Sie wollen sich die Geschenke der Erwachsenen nicht entgehen lassen. Und es ist immer das Selbe: du kannst dein Geschenk nicht in Ruhe alleine auspacken, immer hast eine Schar um dich, die dir helfen will.

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Zum Abendessen gibt es eine große Auswahl an den unterschiedlichsten Leckereien. Denn jeder hat was vorbereitet und mitgebracht und man kann sich gar nicht entscheiden, was man essen möchte. Es gibt Salate, Hühnchen, Rippchen und Würstchen, Frikadellen, Fladenbrot und Baguette und Nachtisch. Für jeden Geschmack etwas.

Die Zeit vergeht wie im Flug und wir brechen auf, nur weil die Kinder in’s Bett wollen. Aber die nächste Gelegenheit, gemeinsam zu Feiern ist schon in Sicht!

Bis bald, Anna

Besinnlicher Advent?

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Die Tage vor dem Fest sind gezählt und ganz wider Erwarten ist bei uns Ruhe eingekehrt. Als ich am Freitag bereits kurz vor 9 Uhr von den Arbeit kam und in meiner Bibel las, stellte ich fest, dass drei Tage vor Heiligabend es kaum noch war zu tun gibt. Ein Friede, eine Ruhe und Entspannung breiteten sich fast schlagartig in mir aus. Ich habe mich einfach nur gefreut! Und im nächsten Augenblick überlegte ich, wie ich wohl die Zeit füllen könnte. Nicht, dass mir auf einmal langweilig wird 😉 .

Dafür war die Zeit aber bis zum Ferienbeginn alles andere als besinnlich. Beim Nachdenken darüber, wie ich es schaffen könnte, einen ruhigeren Advent zu haben, stelle ich fest, dass ich nie einen solchen haben werde. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Zum Beispiel geht es jedes Jahr darum, die Senioren in unserer Gemeinde zu einem  Adventsabend einzuladen. Das heißt im Klartext, damit sie einen schönen Abend haben, muss ich mich ins Zeug legen. Wenn ich dann aber die Dankbarkeit in den Augen der Senioren sehe, dann hat es sich gelohnt und dann war die Mühe es wert.

Oder da war dieser Weihnachtsmarkt, den wir alle zwei Jahre auf die Beine stellen. Wir – das sind alle Kindergruppenleiter in unserer Kirchengemeinde. Da muss vieles schon im Vorfeld vorbereitet werden und vom Markt selbst hat man auch nicht viel, weil man seinen Stand bedienen muss. Der Erlös wird immer an einen Missionaren oder ein Missionsehepaar gespendet. Wenn man dann am Ende hört, dass die Besucher einen schönen Abend hatten und obendrein noch eine stattliche Summe zusammen gekommen ist, dann hat es sich gelohnt und dann war die Mühe es wert.

Dann ist auch noch jede Woche Chorprobe, mindestens eine, wenn nicht gar zwei. Wenn ich dann aber in die strahlenden Gesichter schaue, die die Musik und den Text hören, dann hat es sich gelohnt und dann war die Mühe es wert.

In der Schule (meinem Arbeitsplatz) war nicht minder viel los. Bei der Überlegung, Betreuer und Lehrerkollegium an einen gemeinsamen Tisch zu bekommen, schlug ich vor, alle zu einem Nikolauskaffee einzuladen und handelte mir prompt  zusätzliche Arbeitsstunden ein. Doch als ich die Freude und Gelöstheit auf den Gesichtern sah, hatte es sich gelohnt und die Mühe war es wert gewesen.

Ein besonderes Erlebnis, krönte dann alles andere. Ich wollte den Kindern aus der Koch-AG einen schönen Abschluss vor den Ferien bereiten und zerbrach mir den Kopf auf der Suche nach einer zündenden Idee. Tags zuvor (am Sonntag) hatten wir in der Gemeinde einen Weihnachts-Büchertisch, allerdings war es schon recht spät, als ich kam und die meistern Bücher waren schon vergriffen. Ein Kinderbuch fiel mir ins Auge – „Als Oma ein Flüchtling war“. Das ist wonach ich suche! – schoss es mir durch den Kopf. Am Montag war ich einbißchen aufgeregt, wie wohl mein Buch ankommen würde, aber nachdem ich dafür gebetet hatte, hatte ich Vertrauen, dass es gut werden würde. Wir versammelten uns alle auf den Sitzsäcken und die Kinder kuschelten sich ein. Dann begann ich zu lesen… Die Kinder waren mucksmäuschen still und als es spannend und sogar gefährlich wurde, lebten sie förmlich mit den Geschichte mit. Ich war mir nicht sicher, wie die Kinder reagieren würden, wenn ich ihnen die Stellen, wo Gott und Beten drin vorkommt, vorlas, aber es verlief ohne Zwischenfälle. Wir schafften es, das ganze Buch zu lesen. Und als ich ihnen am Ende erzählte, dass es eine echte, wahre Geschichte ist, waren sie noch mehr beeindruckt. Das Buch war für die Kinder wie gemacht. Anschließend zelebrierten wir Schokofondue mit Obst und alle waren glücklich. Allen voran ich! Als ich in die Gesichter der Kinder schaute, hatte es sich gelohnt und die Mühe war es wert gewesen.

Ich fand es tröstlich zu wissen, dass ich zwischen den Jahren meinen ruhigen Advent haben würde. Außerdem, was soll das Gerede von Besinnlichkeit, wenn ich es das ganze Jahr über  nicht schaffe, mich zu besinnen?! Freude breitete sich in mir aus, dass ich anderen eine Freude machen konnte. Es hat sich gelohnt und jede Mühe war es wert!

In diesem Sinne,

bis bald, Anna

Ein Tag in den Weinbergen!

Ein neuer Beitrag ist ja schon längst überfällig. Bevor sich der Herbst endgültig verabschiedet und wir uns dem Winter zu wenden, möchte ich gerne ein paar Worte zu unserem Ausflug an die Mosel verlieren.

Wir waren ja schon mal im Frühling, genauer gesagt im Mai, an der Mosel gewesen und waren begeistert. Die Gegend dort samt dem Städtchen Bernkastel-Kues hatten uns förmlich in ihren Bann gezogen. Auch das alte Haus, eine kleine Gäste Pension, hatte die Zeit dort unvergesslich gemacht. Darüber hatte ich schon mal berichtet: Ein Wochenendausflug

Damals hatten wir uns vorgenommen, irgendwann im Herbst mal wieder zu kommen. Aber wie es mit den „Irgendwanns“ so ist – es kann manchmal ziemlich lange dauern, bis es eintritt. Dieses Jahr sollte es so weit sein, und wäre doch beinahe nicht zu Stande gekommen. Die Idee kam dieses mal von mir, diesen traumhaften goldenen Oktober auszukosten und, sollte das Wetter sich halten, spontan nach Bernkastel-Kues zu fahren. In zwei Wochen Ferien sollte das doch wohl möglich sein! Doch dann häuften sich die Termine und wichtige Verabredungen, dass ich schon gar keine Lust mehr auf Mosel und Weinberge, sondern einfach nur meine Ruhe hätte. Aber mein Liebster hatte sich schon so auf die Mosel und den Ausflug eingestellt, dass ich ihm dann doch gerne den Gefallen tun wollte.

Am Donnerstag Abend saßen wir auf der Couch und mein Liebster rief in der Pension vom letzten mal an. Er fragte nach einem Zimmer für eine Nacht von Freitag auf Samstag und traute seine Ohren kaum… Gerade für diese eine Nacht war tatsächlich ein Zimmer zu haben, weil ein Gast nicht angereist war! Als hätte es so sein sollen!

Also packten wir ein paar Sachen in den Koffer und nachdem wir am nächsten Morgen in aller Ruh gefrühstückt hatten, brachen wir. Beschenkt mit dem allerschönsten Herbstwetter, hatte ich längst meine Meinung geändert und freute mich auf den kleinen Ausflug.

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Es war wie erwartet, nur noch einbißchen besser! Nachdem wir ganz schnell unser Gepäck abgestellt hatten, konnten wir es kaum erwarten, in die Weinberge zu kommen. Die Weinlese war in vollem Gange, überall sah man Winzer und Helfer bei der Arbeit. Da die Weinberge an der Mosel an sehr steilen Hängen gelegen sind, werden die Trauben von Hand geerntet. Hier an der Mosel bei Bernkastel-Kues wird fast ausschließlich Riesling angebaut. Von der Sonne gereift, süß und fruchtig schmeicheln sie dem Gaumen und machen Lust auf mehr. Wir laufen durch die Weinberge und genießen es einfach nur, hier zu sein.

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Auf dem Anhänger sortiert eine Winzerfamilie mit ihren Helfern die Trauben für die Auslese. Auslese ist ein Prädikat für Qualitätsweine und ist die 3. Stufe des deutschen Prädikatsystems. Bei einer Pause gesellt sich eine der Frauen zu uns und erzählt uns etwas über die Winzerei und welche Herausforderungen ein Winzerbetrieb heute zu bewältigen hat.

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Nachdem wir uns müde gelaufen und etwas gegessen haben, kehren wir in unsere Pension zurück. Im Treppenhaus neben der Küche verbreitet das Feuer im Kaminofen eine wohlige Wärme. Der Ofen wird ausschließlich mit Rebholz befeuert. In jedem, der Gemeinschaftsräume sitzen Gäste und genießen den Wein, den der Hausherr den Gästen bereit stellt. Schließlich gehört das Haus zu einem Weingut und selbiger ist Winzer. Wir setzen uns an den Ofen. Nach einer Weile kommt der Hausherr und plaudert mit uns. Er erzählt von der vielen Arbeit, die ein Winzer um diese Jahreszeit hat. Das Ernten den Trauben ist die eine Sache, was ja schon viel Arbeit ist. Hat er die Trauben erst mal bei sich auf dem Hof, muss er sie sofort weiter verarbeiten, selbst um 12 Uhr nachts. Er kann sie nicht einfach stehen lassen, sonst setzt die Gärung ein und seine Trauben sind pfutsch. Es ist so interessant, ihm zu zuhören! Wir merken, Wein herzustellen ist eine Wissenschaft für sich, erfordert viel Wissen und Erfahrung. Dann wartet da noch ganze Berge von Papierkram, der auch noch bewältigt werden muss. Auf einmal haben wir Mitleid, mit diesen Menschen, die von morgens bis abends den Rücken krumm machen und schuften für eine Flasche Wein, die dann im Supermarkt 2,99 kostet. Aber trotz allem merken wir bei unserem Gastgeber eine gewisse Begeisterung und Freude am Beruf, besonders dann, wenn ihm ein Wein besonders gut gelungen ist.

Am Ende bin ich doch froh, meinem Liebsten zuliebe an die Mosel gefahren zu sein, denn all das hätte ich sonst nicht erlebt!

Bis bald, Anna

Hausmannskost und exotische Gewürze!

Hier und da habe ich es schon verlauten lassen, dass ich ein absoluter Fan von Hausmannskost bin. Am liebsten mag ich natürlich deutsche Hausmannsküche, aber zur Not tut’s auch die indische. 😉 Was mir an diesem Gericht so gut gefällt ist, dass es ein Schmorgericht ist und die Gewürze somit genug Zeit haben, sich zu entfalten. Dadurch ist es viel würziger und intensiver als diverse schnelle Currys, die ja durchaus ihre Berechtigung haben.

Indisches Hähnchen-Curry

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Zutaten für 4 Portionen: 3 Hähnchenfilets | 1 Zwiebel, fein gehackt | 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten | 4 Knoblauchzehen, fein gehackt | 1 EL frischen Ingwer, hackt oder gerieben | 2 EL Tomatenmark | 2 TL Kreuzkümmel (Cumin), gemahlen | 2 TL Kurkuma, gemahlen | 1,5 TL Koriander, gemahlen | 1 TL Cayennepfeffer | 2 TL Garam Masala | 750 ml Geflügenfond | 200 g passierte Tomaten | 100 ml Sahne | Butterschmalz oder Ghee zum Anbraten | Salz |

In einem Bräter die Hähnchenfilets in Butterschmalz anbraten. Herausnehmen und salzen. Zwiebeln und Knoblauch zusammen mit dem Ingwer und den Gewürzen, evtl. etwas Butterschmalz, unter ständigem Rühren anschwitzen. Tomatenmark kurz mitbraten. Anschließend passierte Tomaten, Sahne und Fond hinzufügen, umrühren, bis sich alles gut verbunden hat und die Filets hineinlegen. Die Hitze reduzieren und das Ganze bei geschlossenem Deckel ca. 1,5 Stunden vor sich hin köcheln lassen.

Dazu wird Naan-Brot gereicht. Und da das Gericht lange köchelt, hat man genug Zeit, selbiges zu backen. Ich sprech aus Erfahrung!

Für das Naan-Brot braucht man: 450 g Weizenmehl | 1 TL Salz | 1/2 TL Backpulver | 1 Pck. Trockenhefe | 150 g Joghurt | 125 ml Wasser | 3 EL Milch | 2 EL Öl |

Aus den Zutaten einen Hefeteig kneten und 30-60 Min. ruhen lassen. Den Teig portionieren (aus der Hälfte der Zutaten habe ich 6-7 Fladen bekommen) und möglichst dünn ausrollen. Eine Pfanne ohne Öl heiß werden lassen, Mehl von den Fladen abklopfen und in den Pfanne ausbacken, idealerweise einen Deckel drauf legen.

Was ich sonst noch sagen wollte: Statt der Filets kann man natürlich auch andere Hähnchenteile nehmen, das ist Geschmackssache. Ganz bestimmt kann man aber auch anderes Fleisch verwenden, Lamm, wer mag, oder auch Rind. Werde ich bestimmt mal ausprobieren. Das Hähnchen war sehr zart, man konnte es einfach mit der Gabel zerteilen. Die Gewürze, die für dieses Gericht nötig sind, hat wahrscheinlich nicht jeder zu Hause, sind aber typisch für die indische Küche. Das Anschaffen lohnt sich alle mal, da man sie gut und gerne auch für andere Gerichte hernehmen kann. Spannend ist, wenn man die Gewürze noch nicht gemahlen kauft. Dann sind sie intensiver im Geschmack und behalten ihr Aroma länger. Sie lassen sich gut im Mörser zerkleinern. Statt des Geflügelfond kann man auch Geflügelbrühe nehmen oder, so wie ich, Gemüsebrühe. Die habe ich nämlich immer vorrätig selbstgekocht im Haus. Außer Naan-Brot hat’s bei uns noch Reis zu dem Gericht gegeben, der kocht sich ja quasi von alleine. Und zum Neutralisieren Naturjoghurt. Uns hat es so gut geschmeckt, dass wir hin und weg waren – die leichte Schärfe und in die intensiven Gewürze, das butterweiche Fleisch! Mein Liebster wünschte sich das Gericht gleich noch mal hinter her. Aber wir machen jetzt erst mal eine Pause. Es gibt ja noch andere überaus leckere Hausmannsgerichte!

Bis bald, Anna