Samstagsodyssee!

Für den Sonntag erwarteten wir Besuch. Ich freute mich darauf und überlegte, was sich wohl gut vorbereiten ließe. In Gedanken ging ich sämtliche Rezepte durch und blieb bei Cannelloni hängen. Das könnte ich gut einen Tag vorher schon zubereiten und am Sonntag für das Mittagessen nur noch mit Käse überbacken. Cannelloni, gefüllt mit Mangold und Ricotta in Hackfleisch-Tomaten-Soße sollten es werden. Ich sah die Zutatenliste durch und kaufte, was noch fehlte, ein. Sehr erleichtern erwischte ich gerade noch die letzte Packung Cannelloni im Ladenregal, außerdem noch Ricotta und stückige Tomaten für die Soße.

Hochmotiviert machte ich mich am späten Nachmittag ans Kochen. Als mein Liebster meine Cannelloni-Röllchen sah, hielt er sie für viel zu wenig. Ich versuchte ihm zu erklären, dass es im Laden die letzte Packung war. Daraufhin versicherte er mir, er sei in max. einer halben Stunde mit Cannelloni wieder. Ich fand es übertrieben, wegen ein paar Nudeln in die nächste Ortschaft zu fahren, ließ mich dann aber doch überzeugen, zumal es ja nichts Schlimmeres gibt, als wenn die Gäste nicht satt werden. Mein Liebster machte sich auf den Weg, während ich schon mal die Soße zubereitete.

Er sollte Recht behalten – in knapp 30 Min. war er wieder da und hatte bei der Gelegenheit auch gleich noch Ricotta mitgebracht, weil der ja dann zwangsläufig bei mehr Nudeln auch nicht reichten würde. Den Mangold hatte ich zum Glück schon am Vormittag vorbereitet und nun stand der weiteren Vorbereitung nichts mehr im Wege. In trauter Zweisamkeit befüllten wir ein Röllchen nach dem anderen und es ging wie geschmiert. Bis wir feststellten, dass uns die Füllung doch nicht reicht.

Kein Mangold mehr und auch kein Ricotta mehr im Haus! Nun war guter Rat teuer. Mein Liebster zog ein weiteres Mal los. In der Zwischenzeit hackte ich getrocknete Tomaten und Oliven, und zusammen mit dem Ricotta ergab es eine ganz schmackhafte Füllung. Stunden später kam endlich das Ende der Vorbereitungen in Sicht. Ein ganzes Blech voll lecker gefüllter Cannelloni stand vor uns bereit für seinen morgigen Einsatz. Zweieinhalt Packungen Cannelloni und 5 Becher Ricotta hatten wir verarbeitet!

Am nächsten Tag bekamen unsere Gäste Cannelloni mit zweierlei Füllung serviert, als hätte nie irgendjemand etwas anderes vorgehabt. Von unserer Samstagsodyssee ahnten sie nichts!

Und von einem Blech Cannelloni blieb ein halbes übrig. War dann doch zu viel! Nach zwei Tagen war von dem Cannelloni-Schmaus nichts mehr übrig.

Bis bald, Anna

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Die schönste aller Inseln!

 

Letztes Jahr haben wir ja eine für uns neue Insel erkundet  – La Palma. Dieses Jahr sollte es wieder Korsika sein. Und in absoluter Mehrheit (eigentlich sind wir nur zur zweit 😉 ) stellten wir fest, dass so schön und abwechslungsreich La Palma auch ist, mit Korsika kann sie leider nicht mithalten. Aber ich glaube, nachdem Korsika gleich beim ersten Besuch unsere Herzen im Sturm erobert hat, hat keine andere Insel auch nur den Hauch einer Chance. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es uns spätestens nach zwei Jahren wieder dort hinzieht.

In Livorno im Hafen konnten wir recht günstig auf der Fähre übernachten und auch während der Überfahrt noch unsere Kabine nutzen. Wir lagen noch gemütlich in den Kojen als die Fähre ablegte und hatten genug Zeit zum Aufstehen und Frühstücken, um in aller Ruhe die Kabine zu verlassen und uns zum Auto zu begeben. Das hat uns so gut gefallen und war so entspannt, dass wir diese Möglichkeit beim nächsten Mal vorziehen werden.

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Es war schon Mittag als wir in Bastia ankamen und früher Nachmittag als wir dann endlich Calvi erreichten. Es konnte uns nicht schnell genug gehen, unser Gepäck in der Wohnung zu verstauen, um uns dann endlich im türkisblauen Wasser abzukühlen. Als wir mit den Handtüchern unterm Arm durch den Pinienwald zum Strand stapften, rochen wir diesen typischen Duft von Harz und Wärme und im selben Augenblick war ich „angekommen“. Das ist nicht immer so, aber dieses Mal schon.

Der Tag beginnt für uns damit, dass mein Mann als erster wach wird. Das ist ausschließlich auf Korsika, zu Hause wird er nie vor mir wach. Das muss an der Insel liegen. Dann geht er schon mal runter zum Bäcker, der in seiner winzigen Backstube allmorgendlich seine Brioche und Croissants backt. Wenn er Glück hat, habe ich mich bis er kommt schon aus meiner Decke geschält, ansonsten kann es auch schon mal vorkommen, das nicht. Auch das ist nur auf Korsika so. 😉 Mit Kaffee, frischen Brioche und Feigenmarmelade auf dem Balkon mit Blick auf’s Meer lässt sich’s aushalten. Jeden Morgen zelebrieren wir unser Frühstück.

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Erst am frühen Nachmittag gehen wir zum Strand. Manchmal gehen wir auch vormittags, aber dann nur um ins Wasser zu tauchen, sich zu erfrischen und einen klaren Kopf zu bekommen. Als ich das allererste Mal meine Zehen ins Wasser stecke, bin ich überrascht, wie warm es ist. Je tiefer ich hineingehe desto kühler wird. Wir bleiben am Strand bis wir Hunger bekommen. Einmal holt mein Mann uns Pommes direkt an den Strand und wir bleiben und beobachten wie die Sonne ins Meer sinkt. Es ist friedlich und still.

Kaum auf Korsika angekommen jährt sich unser Hochzeitstag zum 22. Mal. Wieder hat mein Mann Leckereien beim Bäcker geholt und auch schon Kaffee gekocht. Dann entführt er mich unter die Pinien. In ihrem Schatten genießen wir den Morgen und den Moment. Es ist nichts Besonderes und doch wunderschön.

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Wir haben uns einen neuen Reiseführer gekauft und Einiges vorgenommen. Aber von all dem machen wir eigentlich gar nichts, stattdessen unternehmen wir ganz Anderes und wieder einmal stellen fest, wie wenig wir bisher selbst in der nahesten Umgebung erkundet haben.

Unser erster Ausflug führt uns durch die Castagniccia. Das ist eine üppig grüne Hügellandschaft, der die Edelkastanie ihren Namen gibt. Wir fahren durch den Kastanien- und Eichenwald und können uns an der Vielfalt und dem Grün nicht satt sehen. Da die Straßen auf Korsika sehr kurvig sind, ist schnelles Fahren eh nicht drin und so lassen wir uns Zeit. Kletter- und Schlingpflanzen hängen von den Bäumen herunter und es muten ein wenig urwaldmäßig an. Wir begegnen glücklichen freilaufenden Kühen und Ziegen und müssen warten, bis sie uns die Straße frei machen. Aber wir haben’s zum Glück nicht eilig.

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In Morosaglia machen wir einen Zwischenstopp. Es ist der Geburtsort von Pascal Paoli, dem Nationalheld Korsikas und dem eigentlichen „Erfinder“ der Demokratie. Wir haben Glück und das kleine Museum zu Ehren Pascal Paoli hat geöffnet. Unser Französisch besteht aus einigen mehr oder wenigen Substantiven, aber die reizende Dame am Eingang weiß, was zu tun ist. Sie führt uns in einen Raum, ganz im Stile des Museums, und schaltet für uns einen Film über das Leben des Helden in Deutsch an. Es ist sehr informativ und aufschlussreich. Dann zeigt uns die reizende Dame noch die kleine Kapelle nebenan, in der Pascal Paoli beerdigt wurde. Es hat sich gelohnt und wir sind einmal mehr einem freundlichen Menschen begegnet.

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Einmal noch halten wir zur Mittagszeit an, aber mitten in unserem Picknick werden wir vom Regen überrascht und müssen zusehen, dass wir nicht nass werden.

Schon fast an der Ostküste angekommen werden wir von deutschen Urlaubern angehalten und nach einem Wasserfall gefragt, aber wir haben keine Ahnung. Mein Mann ist aus dem Bauch heraus eine andere Straße nach San Nicolao abgebogen und rein zufällig ist es die Straße zum Wasserfall. So kommen wir ganz unverhofft in den Genuss, einen rauschenden Wasserfall zu bewundern.

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Wir fahren nur kurz hinunter bis zum Strand, machen einen kleinen Schlenker zu Fuß und dann auch wieder zügig auf den Rückweg. Da es noch nicht all zu spät ist, beschließen wir einen Abstecher nach Lama zu machen, es liegt quasi auf dem Weg. Es ist eines der typischen Bergdörfer – jede Straße führt höher hinauf und dem entsprechend ist jede Aussicht, die man von hier genießt schöne wie die andere. Am Eingang des Dorfes nehmen wir in einem Restaurant Platz und haben einen unbezahlbar schönen Ausblick! Vor uns tut sich ein Tal mit weichen grünen Hügeln auf, rechts und links davon die Berge und am Ende das Meer, über dem die Sonne bereit ist unterzugehen. Ein krönender Abschluss für einen unvergesslichen Tag!

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Bis bald, Anna

Rückblick Nr. 2

 

Einen Rückblick hat’s bereits Anfang des Jahres gegeben. Doch inzwischen ist so viel Zeit vergangen, dass es vielleicht gar keine schlechte Idee ist, mit einem Rückblick zu starten.

Ziemlich ruhig war’s hier in den letzten Wochen und Monaten. Doch ziemlich viel ist in dieser Zeit passiert. Und das ist auch der Grund, warum der Blog in dieser Zeit auf der Strecke geblieben ist. Doch jetzt nach drei Wochen Urlaub fühle ich mich erholt und zu neuen Taten bereit. Aber alles schön der Reihe nach. Was  war also in der Zwischenzeit los?

Zunächst hat meine Schwester einem zuckersüßen kleinen Jungen das Leben geschenkt. (Einige Familienmitglieder würden an dieser Stelle protestieren: „Nicht ‚süß‘ sagen!“) Nachdem das letzte Familienbaby bereits 4 Jahre alt ist, hatten wir alle das Bedürfnis nach neuem Zuwachs. Und was soll ich sagen? Auf die Familie ist Verlass! Nun haben wir wieder jemanden zum Knuddeln. Zu unser aller Leidwesen wohnt die junge Familie nicht gerade um die Ecke und wir bekommen den Kleinen selten genug zu sehen.

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Doch zum Sehen und Knuddeln boten sich gleich zwei große Ereignisse: zwei Hochzeiten – eine Ende Mai und die andere Ende Juni! Hatten wir noch bei der Hochzeit letztes Jahr Mühe, gute Ideen zu finden, so war es dieses Jahr schon fast ein Selbstläufer, wäre es nur nicht so anstrengend, die Ideen in die Tat umzusetzen. Die Erfahrungen vom letzten Jahr haben uns gelehrt, unsere Kräfte besser zu bündeln und Fehler nicht zu wiederholen. Unterstützt wurden wir von einem hochmotivierten fabelhaften Küchenteam und unzähligen engagierten freiwilligen Helfern. Überhaupt wäre so eine Hochzeit ohne diese Helfer gar nicht möglich. Und an dieser Stelle möchte ich ganz bewusst meinen Respekt und Dank diesen Menschen gegenüber zum Ausdruck bringen. Alle diese wunderbaren Menschen sind Teil unserer Kirchengemeinde hier am Ort und es ist so schön, dass es sie gibt.

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Rückblickend freue ich mich über zwei wundervolle Feste, die ich trotz aller Aufregung in vollen Zügen genossen habe. Auch wenn nicht alles perfekt gelaufen ist, aber was ist schon perfekt?! Letzten Endes geht es um zwei Menschen, die geloben einander treu zu sein in guten und in schlechten Tagen bis der Tod sie scheidet. Menschen, die noch an die große Liebe glauben und es darum wagen, sich auf einander einzulassen, die gewillt sind, einander treu zu bleiben komme was da wolle und für die Scheidung keine Option ist. Und hinter all dem steht Gott selbst, der die Ehe erfunden hat und der gesagt hat: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist.“ Weil Gott der Urheber der Ehe ist, weiß er auch wie Ehe funktioniert und kann helfen, dass Ehen nicht scheitern, sonder trotz allem fortbestehen und gelebt werden.

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Zwischen den Hochzeiten habe ich noch als Betreuer an einer Kinderfreizeit teilgenommen und meinen Job bei der Bäckerei gekündigt. Da ich seit Herbst 2016 in der Nachmittagsbetreuung der Schulkinder tätig bin, genieße ich jetzt meine Ferien und sammle Kräfte für das neue Schuljahr.

Meiner Meinung nach kann nirgendwo besser Kräfte sammeln als auf Korsika. Aber dazu bald mehr.

 

Bis bald, Anna

 

Hamburg – das Tor zur Welt! | 2. Teil

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Am dritten Tag unseres Hamburg-Aufenthaltes war der Hafen dran. Etwas davon hatten wir ja schon tags zuvor bei der Stadtrundfahrt gesehen. Unser erstes Ziel waren die Landungsbrücken. Denn unsere allererste Amtshandlung an diesem Tag sollte der Erwerb zweier Musical-Tickets sein. Wir hatten uns für das zauberhafte Kindermädchen Mary Poppens entschieden und bekamen die Karten am Ende günstiger als erwartet.

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In der Nacht hatte es geschneit und wir waren sehr froh über unsere warme Wintersache. Wir stapften durch den Matsch zur Bushaltestelle auf dem Weg zur Elphi. Die Elbphilharmonie ist schon beeindruckend. Der Besuch der Piazza einschließlich des grandiosen Panoramablicks ist völlig kostenlos. Allerdings muss man trotzdem für ein Ticket anstehen und fährt dann bequem mit der Rolltreppe nach oben. Auf der Piazza zog’s wie Hechtsuppe und wieder einmal waren wir über unsere Wintersachen sehr glücklich. Wir zogen die Schals noch fester und steckten die Hände noch tiefer in die Taschen und waren trotzdem froh, uns mit einer Tasse Kaffee aufwärmen zu dürfen.

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Von dort ging es in die Speicherstadt. Backsteingebäude, Brücken und Kanäle – eine Kulisse, wie man sie aus der Hafenkante kennt. Während wir so durch die Speicherstadt liefen, schien hinter einer der vielen Türen was los zu sein. Wir traten ein und standen mitten in der Speicherstadt-Kaffeerösterei! Das war genau das Richtige für uns. Wir lieben Kaffee und guten alle mal. Wir schauten uns ein wenig den Röstvorgang an und anschließend die unzähligen Kaffeesorten. Was wir besonders hilfreich fanden war, dass jeder Kaffee mit einer ausführlichen Beschreibung versehen war: Intensität, Säure, Aroma. Nach dieser Beschreibung suchten wir uns einen Kaffee aus und genießen den ausschließlich an den Wochenenden. 😉IMG_2052IMG_2055IMG_2056

Und dann war es auch schon Zeit für den Heimweg. Denn schließlich mussten wir wieder rechtzeitig am Steg sein, um mit der Fähre zu den Stage-Theatern zu gelangen. Da es abends spät werden würde, ruhten wir uns ein wenig aus und beschlossen direkt vor der Fähre von etwas zu essen. Doch wir hatten uns mit der Zeit verschätzt. Wir Landeier sind es nicht gewohnt, dass in der Stadt alles einfach etwas länger dauert. Völlig ausgehungert stopften wir uns eine Brezel hinein. Doch der rote Teppich und die grandiose Vorstellung ließen uns für eine Weile den leeren Magen vergessen. Denn ehe man sich versah, stand Mary Poppens plötzlich mitten auf der Bühne und zog einen mit fort ins Geschehen. Man hatte wirklich das Gefühl, man sei Teil der Geschichte, ganz abgesehen von den großarten Darstellern, die ihre Rolle ganz fabelhaft gespielt haben. Sie haben nicht nur gut gespielt, sondern die Stimmen waren ein echter Wohlklang für die Ohren.

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Im Hotelzimmer angekommen stürzen wir uns auf alles Essbares, was sich so fand und fielen todmüde ins Bett.

Unser Fazit des Hamburg-Trips: Hamburg ist eine wunderschöne Stadt, in der es weniger fremdländisch zugeht als in manch anderen Stadt Deutschlands. Eine reiche Stadt. Aber man sollte sie vielleicht nicht im April besuchen. Denn bei trockenem oder gar schönem Wetter lässt sich eine Stadt besser kennen lernen. Nichtsdestotrotz hatten wir eine wunderbare Zeit und alles andere ist meckern auf hohe Niveau. Schließlich sollte man dankbar sein, dass man überhaupt irgendwelche Städte bereisen darf. In diesem Sinne…

Bis bald, Anna

Hamburg – das Tor zur Welt!

 

Ein langgehegter Traum ging in Erfüllung als wir endlich der Stadt Hamburg einen Besuch abgestattet haben. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere, dass wir bereits letztes Jahr den Versuch unternommen haben, was aber dann irgendwie nicht geklappt hat und wir stattdessen in Greetsiel gelandet sind (hier nachzulesen!)

Dieses Jahr nun sollte es so weit sein! Ausgerüstet mit Stadtführer und den besten Tipps der digitalen Welt und mit warmen Wintersachen im Gepäck, ging es Richtung Norden. Über Daunenjacke, UGGs, Mützen und Strickstrümpfe sollten wir noch sehr froh sein! 😉

Denn das Wetter war uns Hamburg nicht hold. Die Sonne blinzelte uns am ersten Tag zur Begrüßung kurz an und verschwand dann für die gesamte Zeit hinter einer dicken grauen Wolkenschicht. Und ich kann euch sagen, aus denen kam nicht nur Regen! Das Wetter spielt aus meiner Sicht bei einem Städtetrip eine entscheidende Rolle. Denn das Flair einer Stadt bekommt man bei nass-kaltem Wetter nicht wirklich mit. Alle beeilen sich, ins Trockene und Warme zu gelangen, niemand schlendert oder verweilt.

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Nachdem wir eine Weile durch die Altstadt gelaufen waren, suchten wir verzweifelt ein gemütliches Café, das uns versöhnlich gestimmt hätte, aber wir fanden keins. Außer vielleicht das Alsterpavillon, aber das war überlaufen und trotz seiner geschichtsträchtigen Vergangenheit konnte es uns nicht überzeugen. Schließlich fanden wir etwas abseits dann doch noch was und alles war wieder gut.

Das Hotel war einsame Spitze! Ich mag zwar lieber kleinere Häuser, aber gegen dieses war nichts auszusetzen. In der Nähe des Hauptbahnhofs gelegen, konnte man bequem mit dem Bus überall hingelangen. Äußerst freundlicher und kompetenter Empfang, eine rund um die Uhr besetzte Rezeption und Personal, das für jedes Anliegen offen ist. Die Zimmer alle neu renoviert, hell und sehr geschmackvoll eingerichtet, ein wundervolles Bad und bequemes Bett. Ein klitze-kleiner Minuspunkt war, dass man die bodentiefen Fenstern weder kippen noch öffnen konnte, wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen. Aber manchmal hätten wir frische Luft gebraucht, statt Klimaanlage. 😉

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Am nächsten Tag buchten wir eine Stadtrundfahrt, die ganz wieder Erwarten einen lebenden Reiseführer hatte, sonst ist es leider üblich geworden, ein Band laufen zu lassen. Ich mag Stadtrundfahrten und freu mich, wenn sie länger dauern als nur 30 Minuten. Wir genossen den Blick aus dem Doppeldecker und verschafften uns auf diese Weise schon mal einen kleinen Überblick. Dabei erfuhren wir auch allerhand Nützliches und vielleicht auch, warum es in der Altstadt keine Cafés gibt. Als die Stadt gebaut wurde, hat man darauf geachtet, dass man Wohnen und Arbeiten strickt von einander trennte: in der Stadt wurde gearbeitet, gewohnt wurde außerhalb. (Hoffentlich ließt das jetzt kein Hamburger und denkt, die hat doch gar keine Ahnung! Aber ich schreibe ich ja nur aus meiner Sicht 😉 )

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Anschließend fuhren ins Schanzenviertel, liefen im Nieselregen durch die Straßen und ich wusste sofort, warum dieses Viertel inzwischen allseits beliebt ist. Hier wird gelebt! Wir haben in dem Viertel selbst nichts Besonderes gemacht, einfach nur das Flair auf uns wirken lassen. Und dann standen wir auf einmal vor einem jener Cafés, die ich so liebe. Und noch bevor ich mich versah, saß ich auch schon in einem der bequemen Sessel nippte an meiner Wiener Melange und für den Moment war alles einfach nur perfekt. Diese kleinen Erlebnisse sind dann immer meine persönlichen i-Tüpfelchen.

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Unter strömendem Regen trafen wir einige Zeit später im Hotel an. Aber das Schanzenviertel und das Café hatten uns für alles entschädigt.

Bis bald, Anna

 

Der König von Narnia!

 

Die Feiertage sind rum und der Frühling ist in vollem Gange. War es vor Ostern noch recht winterlich, so hat es jetzt total gewandelt. Man kann es kaum für möglich halten, so warm ist es draußen.

Bei uns waren die Feiertage durchwachsen. Am Freitag und Samstag hatten wir es ruhig und entspannt. Am Sonntag wurde ja in der ganzen Christenheit an Jesu Auferstehung gedacht. Wir waren zuerst im Gottesdienst und sangen zusammen mit den anderen Besuchern: „Rollt ab den Stein, Jesus lebt! Aus dem Tode sich der Herr erhebt! Jesus lebt! Es hielt ihn nicht des Grabes Macht, denn der Lebensfürst bezwang des Todes Macht. Jesus lebt!“ Zutiefst überzeugt von diesen Worten, war es für mich ein ganz besonderer Moment.

Angesichts der Ereignisse, derer wir in diesen Tagen gedachten, fand ich es irgendwie passend den Film „König von Narnia“ anzuschauen. Ich lud dafür meine jüngsten Geschwister samt Partner ein und hatte ziemlich schnell ihr Interesse geweckt. Es war dann doch ziemlich eng auf dem Sofa, aber irgendwie hat jeder sein Plätzchen gefunden. Man mag ja von dem Film halten, was man will. Und stellenweise habe ich auch so meine Mühe. Aber eine Szene beeindruckt mich immer wieder auf’s Neue.

Nachdem Edmond von der Eiskönigin mit dem türkischen Honig geködert und eingesperrt wurde, wird er auf spektakuläre Weise gerettet. Doch die Eiskönigin ist hinter ihm her und verlangt seine Auslieferung, weil es das Gesetzt so will. Und selbst Aslan, der König von Narnia kann das nicht leugnen. Aslan und die Eiskönigin haben eine Unterredung, sie lässt sich auf einen Deal ein und Edmond ist frei. Weder Edmond noch sonst irgendjemand ahnt, dass Aslan an Edmonds Statt sterben wird. Als der Zeitpunkt gekommen ist, geht Aslan allein den schweren Gang zu Altar, auf dem er sterben soll und die ganze Meute ist ganz wild darauf, ihn zu töten. Aslan lässt alles über sich ergehen und stirbt für Edmond.

Und hier komm ich in’s Spiel. Wie Edmond war ich des Todes schuldig. Die Bibel sagt, dass der Lohn für jede Sünde der Tod ist. Doch so wie Aslan für Edmond, so starb Jesus für mich. Aber Aslan blieb nicht tot, er wurde wieder lebendig. Damit hatte niemand gerechnet, am aller wenigsten die Eiskönigin. Auch Jesus auferstand! Und während ich tot geblieben wäre und mich in der Hölle wieder gefunden hätte, hat Jesus durch seine Auferstehung mir den Weg in den Himmel frei gemacht. Das ist die Wahrheit und sie gilt für alle Menschen. So steht es in der Bibel.

Bis bald, Anna

Locker-leichtes für die Kaffeetafel!

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Die Feiertage stehen vor der Tür und bei vielen kündigt sich Besuch an. Da steht man dann unweigerlich vor der Frage: „Was back ich?“ Irgendwie möchte man schon etwas netten auf den Tisch bringen, ohne damit den ganzen Tag beschäftigt zu sein.

Wir hatten bereits vergangenen Sonntag lieben Besuch und ich habe aus meiner Sammlung ein ziemlich altes Rezept heraus gekramt. Das Rezept habe ich von der Mutter einer ehemaligen Freundin bekommen. Ist schon sehr lange her und ich habe es nicht oft nach gebacken. Am Anfang, als ich es gerade bekommen habe, ein- oder zweimal. Keine Ahnung wie ich ausgerechnet jetzt auf dieses Rezept gekommen bin, jedenfalls fiel es mir wieder ein und hatte ich  darauf Lust. Der Aufwand hält sich in Grenzen und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

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„Bananentorte“

Zutaten:

80 g Zucker | 1 Pck. Vanille-Zucker | 2 Eier | 80 g Mehl | 2 TL Backpulver| 90 g Butter

¾ l Milch | 2 Pck. Vanille-Pudding-Pulver | 5 EL Zucker | 1 Tütchen Agartine | 400 ml Sahne | 1 EL San-apart

100 g Zartbitterschokolade | 200 ml Sahne

2 Bananen | Zitronensaft

 

Zuerst die Schokolade in der Sahne schmelzen und für mind. 12 Std. kalt stellen. Für die Creme nach Packungsanweisung aus den angegebenen Zutaten einen Pudding kochen und sofort die Agartine einrühren. Den Pudding in ein kaltes Gefäß umfüllen und mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet.

Für den Teig die Eier mit dem Zucker in eine Rührschüssel geben und 10-15 Min. aufschlagen. Mehl und Backpulver mischen, durchsieben und von Hand unter die Eiermasse heben. Die Butter schmelzen und noch heiß zum Teig geben, unterrühren.

Den Teig in eine Backform mit einem Durchmesser von 24 cm füllen (ich benutze einen Backring und kann den Durchmesser so einstellen, wie ich es brauche. 26 cm Durchmesser wäre für diese Teigmenge zu viel) und im vorgeheizten Backofen bei 160°C Umluft 20 Min. backen.

Den erkalteten Pudding durch ein Sieb drücken (ich habe eine Flotte Lotte benutzt), damit er cremig und ohne Klümpchen ist. Sahne mit San-apart und je nach Geschmack 1-2 EL Vanille-Zucker steif schlagen. Unter den Pudding heben. Bananen schälen, halbieren und längs durchschneiden, in Zitronensaft wenden.

Den Bisquitboden von Backpapier lösen und einmal durchschneiden. Sollte er dabei reißen, ist das nicht weiter schlimm, einfach wieder zusammen schieben. Einen der beiden Böden auf eine Tortenplatte legen und den Ring wieder umlegen. Die Hälfte der Creme auf den Boden streichen, die Bananen kreisförmig darauf legen. Den Rest der Creme einfüllen und glattstreichen, den zweiten Boden drauflegen und etwas andrücken. Kühl stellen.

Die Schokosahne steifschlagen und auf die Torte streichen. Final habe ich eine gezackte Teigkarte über die Sahne gezogen und so sind die Rillen entstanden. Den Ring abnehmen. Meine Torte stand ca. 24 Std. im Kühlschrank und die Schokosahne auch. Etwa eine Stunde bevor meine Gäste kamen, habe ich die Schokosahne steifgeschlagen.

Et voilà und guten Appetit!

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Bis bald, Anna

PS: Das „Leicht“ dieser Torte bezieht sich wohl eher auf das Fluffige und Lockere der Torte, nicht auf die Kalorien 😉 !