Hamburg – das Tor zur Welt!

 

Ein langgehegter Traum ging in Erfüllung als wir endlich der Stadt Hamburg einen Besuch abgestattet haben. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere, dass wir bereits letztes Jahr den Versuch unternommen haben, was aber dann irgendwie nicht geklappt hat und wir stattdessen in Greetsiel gelandet sind (hier nachzulesen!)

Dieses Jahr nun sollte es so weit sein! Ausgerüstet mit Stadtführer und den besten Tipps der digitalen Welt und mit warmen Wintersachen im Gepäck, ging es Richtung Norden. Über Daunenjacke, UGGs, Mützen und Strickstrümpfe sollten wir noch sehr froh sein! 😉

Denn das Wetter war uns Hamburg nicht hold. Die Sonne blinzelte uns am ersten Tag zur Begrüßung kurz an und verschwand dann für die gesamte Zeit hinter einer dicken grauen Wolkenschicht. Und ich kann euch sagen, aus denen kam nicht nur Regen! Das Wetter spielt aus meiner Sicht bei einem Städtetrip eine entscheidende Rolle. Denn das Flair einer Stadt bekommt man bei nass-kaltem Wetter nicht wirklich mit. Alle beeilen sich, ins Trockene und Warme zu gelangen, niemand schlendert oder verweilt.

IMG_1958IMG_1960IMG_1912

 

Nachdem wir eine Weile durch die Altstadt gelaufen waren, suchten wir verzweifelt ein gemütliches Café, das uns versöhnlich gestimmt hätte, aber wir fanden keins. Außer vielleicht das Alsterpavillon, aber das war überlaufen und trotz seiner geschichtsträchtigen Vergangenheit konnte es uns nicht überzeugen. Schließlich fanden wir etwas abseits dann doch noch was und alles war wieder gut.

Das Hotel war einsame Spitze! Ich mag zwar lieber kleinere Häuser, aber gegen dieses war nichts auszusetzen. In der Nähe des Hauptbahnhofs gelegen, konnte man bequem mit dem Bus überall hingelangen. Äußerst freundlicher und kompetenter Empfang, eine rund um die Uhr besetzte Rezeption und Personal, das für jedes Anliegen offen ist. Die Zimmer alle neu renoviert, hell und sehr geschmackvoll eingerichtet, ein wundervolles Bad und bequemes Bett. Ein klitze-kleiner Minuspunkt war, dass man die bodentiefen Fenstern weder kippen noch öffnen konnte, wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen. Aber manchmal hätten wir frische Luft gebraucht, statt Klimaanlage. 😉

IMG_1918

Am nächsten Tag buchten wir eine Stadtrundfahrt, die ganz wieder Erwarten einen lebenden Reiseführer hatte, sonst ist es leider üblich geworden, ein Band laufen zu lassen. Ich mag Stadtrundfahrten und freu mich, wenn sie länger dauern als nur 30 Minuten. Wir genossen den Blick aus dem Doppeldecker und verschafften uns auf diese Weise schon mal einen kleinen Überblick. Dabei erfuhren wir auch allerhand Nützliches und vielleicht auch, warum es in der Altstadt keine Cafés gibt. Als die Stadt gebaut wurde, hat man darauf geachtet, dass man Wohnen und Arbeiten strickt von einander trennte: in der Stadt wurde gearbeitet, gewohnt wurde außerhalb. (Hoffentlich ließt das jetzt kein Hamburger und denkt, die hat doch gar keine Ahnung! Aber ich schreibe ich ja nur aus meiner Sicht 😉 )

IMG_1904

Anschließend fuhren ins Schanzenviertel, liefen im Nieselregen durch die Straßen und ich wusste sofort, warum dieses Viertel inzwischen allseits beliebt ist. Hier wird gelebt! Wir haben in dem Viertel selbst nichts Besonderes gemacht, einfach nur das Flair auf uns wirken lassen. Und dann standen wir auf einmal vor einem jener Cafés, die ich so liebe. Und noch bevor ich mich versah, saß ich auch schon in einem der bequemen Sessel nippte an meiner Wiener Melange und für den Moment war alles einfach nur perfekt. Diese kleinen Erlebnisse sind dann immer meine persönlichen i-Tüpfelchen.

IMG_1927IMG_1929IMG_1933IMG_1944IMG_1951IMG_1952IMG_1953IMG_1956

Unter strömendem Regen trafen wir einige Zeit später im Hotel an. Aber das Schanzenviertel und das Café hatten uns für alles entschädigt.

Bis bald, Anna

 

Advertisements

Der König von Narnia!

 

Die Feiertage sind rum und der Frühling ist in vollem Gange. War es vor Ostern noch recht winterlich, so hat es jetzt total gewandelt. Man kann es kaum für möglich halten, so warm ist es draußen.

Bei uns waren die Feiertage durchwachsen. Am Freitag und Samstag hatten wir es ruhig und entspannt. Am Sonntag wurde ja in der ganzen Christenheit an Jesu Auferstehung gedacht. Wir waren zuerst im Gottesdienst und sangen zusammen mit den anderen Besuchern: „Rollt ab den Stein, Jesus lebt! Aus dem Tode sich der Herr erhebt! Jesus lebt! Es hielt ihn nicht des Grabes Macht, denn der Lebensfürst bezwang des Todes Macht. Jesus lebt!“ Zutiefst überzeugt von diesen Worten, war es für mich ein ganz besonderer Moment.

Angesichts der Ereignisse, derer wir in diesen Tagen gedachten, fand ich es irgendwie passend den Film „König von Narnia“ anzuschauen. Ich lud dafür meine jüngsten Geschwister samt Partner ein und hatte ziemlich schnell ihr Interesse geweckt. Es war dann doch ziemlich eng auf dem Sofa, aber irgendwie hat jeder sein Plätzchen gefunden. Man mag ja von dem Film halten, was man will. Und stellenweise habe ich auch so meine Mühe. Aber eine Szene beeindruckt mich immer wieder auf’s Neue.

Nachdem Edmond von der Eiskönigin mit dem türkischen Honig geködert und eingesperrt wurde, wird er auf spektakuläre Weise gerettet. Doch die Eiskönigin ist hinter ihm her und verlangt seine Auslieferung, weil es das Gesetzt so will. Und selbst Aslan, der König von Narnia kann das nicht leugnen. Aslan und die Eiskönigin haben eine Unterredung, sie lässt sich auf einen Deal ein und Edmond ist frei. Weder Edmond noch sonst irgendjemand ahnt, dass Aslan an Edmonds Statt sterben wird. Als der Zeitpunkt gekommen ist, geht Aslan allein den schweren Gang zu Altar, auf dem er sterben soll und die ganze Meute ist ganz wild darauf, ihn zu töten. Aslan lässt alles über sich ergehen und stirbt für Edmond.

Und hier komm ich in’s Spiel. Wie Edmond war ich des Todes schuldig. Die Bibel sagt, dass der Lohn für jede Sünde der Tod ist. Doch so wie Aslan für Edmond, so starb Jesus für mich. Aber Aslan blieb nicht tot, er wurde wieder lebendig. Damit hatte niemand gerechnet, am aller wenigsten die Eiskönigin. Auch Jesus auferstand! Und während ich tot geblieben wäre und mich in der Hölle wieder gefunden hätte, hat Jesus durch seine Auferstehung mir den Weg in den Himmel frei gemacht. Das ist die Wahrheit und sie gilt für alle Menschen. So steht es in der Bibel.

Bis bald, Anna

Locker-leichtes für die Kaffeetafel!

IMG_1883

Die Feiertage stehen vor der Tür und bei vielen kündigt sich Besuch an. Da steht man dann unweigerlich vor der Frage: „Was back ich?“ Irgendwie möchte man schon etwas netten auf den Tisch bringen, ohne damit den ganzen Tag beschäftigt zu sein.

Wir hatten bereits vergangenen Sonntag lieben Besuch und ich habe aus meiner Sammlung ein ziemlich altes Rezept heraus gekramt. Das Rezept habe ich von der Mutter einer ehemaligen Freundin bekommen. Ist schon sehr lange her und ich habe es nicht oft nach gebacken. Am Anfang, als ich es gerade bekommen habe, ein- oder zweimal. Keine Ahnung wie ich ausgerechnet jetzt auf dieses Rezept gekommen bin, jedenfalls fiel es mir wieder ein und hatte ich  darauf Lust. Der Aufwand hält sich in Grenzen und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

IMG_1876

„Bananentorte“

Zutaten:

80 g Zucker | 1 Pck. Vanille-Zucker | 2 Eier | 80 g Mehl | 2 TL Backpulver| 90 g Butter

¾ l Milch | 2 Pck. Vanille-Pudding-Pulver | 5 EL Zucker | 1 Tütchen Agartine | 400 ml Sahne | 1 EL San-apart

100 g Zartbitterschokolade | 200 ml Sahne

2 Bananen | Zitronensaft

 

Zuerst die Schokolade in der Sahne schmelzen und für mind. 12 Std. kalt stellen. Für die Creme nach Packungsanweisung aus den angegebenen Zutaten einen Pudding kochen und sofort die Agartine einrühren. Den Pudding in ein kaltes Gefäß umfüllen und mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet.

Für den Teig die Eier mit dem Zucker in eine Rührschüssel geben und 10-15 Min. aufschlagen. Mehl und Backpulver mischen, durchsieben und von Hand unter die Eiermasse heben. Die Butter schmelzen und noch heiß zum Teig geben, unterrühren.

Den Teig in eine Backform mit einem Durchmesser von 24 cm füllen (ich benutze einen Backring und kann den Durchmesser so einstellen, wie ich es brauche. 26 cm Durchmesser wäre für diese Teigmenge zu viel) und im vorgeheizten Backofen bei 160°C Umluft 20 Min. backen.

Den erkalteten Pudding durch ein Sieb drücken (ich habe eine Flotte Lotte benutzt), damit er cremig und ohne Klümpchen ist. Sahne mit San-apart und je nach Geschmack 1-2 EL Vanille-Zucker steif schlagen. Unter den Pudding heben. Bananen schälen, halbieren und längs durchschneiden, in Zitronensaft wenden.

Den Bisquitboden von Backpapier lösen und einmal durchschneiden. Sollte er dabei reißen, ist das nicht weiter schlimm, einfach wieder zusammen schieben. Einen der beiden Böden auf eine Tortenplatte legen und den Ring wieder umlegen. Die Hälfte der Creme auf den Boden streichen, die Bananen kreisförmig darauf legen. Den Rest der Creme einfüllen und glattstreichen, den zweiten Boden drauflegen und etwas andrücken. Kühl stellen.

Die Schokosahne steifschlagen und auf die Torte streichen. Final habe ich eine gezackte Teigkarte über die Sahne gezogen und so sind die Rillen entstanden. Den Ring abnehmen. Meine Torte stand ca. 24 Std. im Kühlschrank und die Schokosahne auch. Etwa eine Stunde bevor meine Gäste kamen, habe ich die Schokosahne steifgeschlagen.

Et voilà und guten Appetit!

IMG_1869IMG_1888

Bis bald, Anna

PS: Das „Leicht“ dieser Torte bezieht sich wohl eher auf das Fluffige und Lockere der Torte, nicht auf die Kalorien 😉 !

Lichtstrahlen aus einer anderen Welt!

 

„Weil nichts mich trennen kann von Gottes Liebe,

weil sie im Streit um mich doch stärker bliebe,

weil sie mich sicher hält, halt ich mich fest an sie

und habe Mut für diesen Tag dieser Welt.“  – Manfred Siebald

 

Sang ich am Sonntag aus voller Kehle und wusste noch nicht, wie viel mir diese Zeilen am Dienstag bedeuten würden. Der Dienstag war einer jener Tage, von denen wir zu sagen pflegen: „sie gefallen uns nicht!“ Wer von uns kennen sie nicht, diese Tage! Manchmal kündigen sie sich an, aber manchmal überfallen sie uns aus heiterem Himmel. Manchmal können wir das, was uns Mühe bereitet in Worte fassen, und manchmal aller Worte bar, können wir nicht mal das. Dann möchte man am liebsten Kind sein und in die Geborgenheit der Eltern flüchten. Etwas, das nicht so unberechenbar ist, wie ein schlechter Tag. Etwas, das fest und sicher und beständig ist. Ein Ort, an dem man all seinen Kummer und selbst das, wofür man keine Worte findet, lassen kann. Jemand, der einen aushält und versteht, wenn man es nicht einmal selbst kann.

 

Das kann in der Tat ein Mensch sein, dem wir vertrauen und für den wir echt dankbar sind, das er an unserer Seite ist. Aber wir alle wissen und haben es vielleicht auch erlebt, dass es Tage gibt, da kann kein Mensch uns helfen. Müssen wir dann irgendwie allein da durch? Gibt es absolute Sicherheit und Geborgenheit und Beständigkeit?

 

Ich habe längst die Antwort gefunden und schon oft erprobt. Lieder, wie bereits oben erwähnt, sind für mich wie Strahlen aus einer anderen Welt, die meine Gedanken dorthin lenken, wo es Hilfe gibt für schlechte Tage. Heute geht es mir gut und ich singe wieder das Lied – aus Dankbarkeit, weil Gottes Liebe mich hält – auch an Tagen wie gestern!

Bis bald, Anna

Wintergäste!

 

Der Winter hat uns fest im Griff und unzählige Menschen mit der Grippe umgehauen. Um mich herum triefende Nasen und Menschen, die von heut auf morgen im Bett bleiben müssen. Ich habe mich tapfer gehalten und mich innerlich wild gegen jede Infektion gewährt. Doch irgendwann haut’s auch den Stärksten mal um! 😉

Gestern war ich kaum ansprechbar. Schon beim Wecker-klingeln merkte ich, dass ich Fieber hatte. Zum Glück hatte ich Home-Office und musste erstmal nicht raus. Das Dumme war nur, dass ich anschließend unbedingt und dringend zum Facharzt wegen Blutentnahme musste. Da  war nichts zu machen. Mein Liebster fuhr mich hin, noch mal Glück gehabt. Zu allem Übel musste ich auch noch zwei Stunden auf die Blutergebnisse bzw. auf die zweite Blutentnahme warten. Und so hing wie ein Schluck in der Kurve und wartete ungeduldig, dass die Zeit verging.

Als ich nach etlichen Stunden endlich mein Sofa umarmen konnte, war ich einfach nur erleichtert. Im Laufe des Tages gesellten sich zu dem Fieber noch andere typische Symptome dazu und am Abend griff ich zu fiebersenkendem Schmerzmittel. Das wirkte auch prompt und ich schlief wie ein Baby.

Heute sieht die Welt wieder anders aus und ich habe sogar Lust, von unseren charmanten Wintergästen zu erzählen. Sie sind klein und schnell, zwitschern und halten sich gerne dort auf, wo es Körner gibt. Vögel zu beobachten ist sehr unterhaltsam. Neben ganz gewöhnlichen Arten wie Spatzen und Amseln, haben wir dieses Jahr auch besonders viele Meisen, sowohl schwarzköpfigen Kohlmeisen als auch die etwas kleineren Blaumeisen. Man sind die schnell! Ein ganz besonderer Gast stattet uns dieses Jahr täglich einen Besuch ab und beäugt mich durchs Fenster. Ein Rotkehlchen! Manchmal kommt es mir so vor, als wäre gerade ein Blatt angeweht worden, um dann im nächsten Moment festzustellen: ach nein, dass ist ja das Rotkehlchen! Einmal die Woche streue ich Körner ins Futterhäuschen und dann ist der Besuch besonders rege. Und ich könnte stundenlang zugucken, besonders dann, wenn ich gerade etwas anderes erledigen sollte.

Rohtkehlchen-1746

Zum Rotkehlchen fällt mir noch etwas ein. Jedesmal, wenn das winzige Ding über den Boden hüpft muss ich an ein Gedicht denken, das ich als Kind mit meiner Ma auswendig gelernt habe.

Das Rotkehlchen den Spatz befragt:
"Weißt du warum der Mensch sich plagt,
stets rennt und macht sich große Sorgen
um das Heute, um das Morgen?
Sagt der Spatz: "Ich denke wohl,
dass kein Vater liebevoll
für sie sorgt, so wie wir's kennen,
deshalb müssen sie so rennen!"

 

Dazu fällt mir noch eine Geschichte ein! Es war an einem jener Nachmittage, als es schon um vier dunkel war. Ich wollte gerade das Abendessen zubereiten, da flog etwas gegen die Fensterscheibe. Ich konnte einen Vogel erkennen. Ich öffnete das Fenster und ehe ich mich versah, flog der Vogel ins Zimmer. Es war eine Blaumeise. Zuerst dachte ich, ihr fehlt etwas, aber dann konnte ich beruhigt feststellen, dass sie quietschfidel war. Mein Versuch, sie einzufangen stellte sich als ein ziemlich unmögliches Unterfangen heraus. Sobald ich in ihre Nähe kam, flog die Meise auf die andere Seite des Zimmers, von Gardinenstange zu Gardinenstange. Nun gut, bald sollte mein Mann kommen und dem würde bestimmt etwas einfallen. Als ich ihm unseren Besuch zeigte, leuchteten seine Augen auf. Ist halt selten! Er hatte dann die Idee, dass Licht drinnen zu löschen und stattdessen draußen das Licht an zu machen. Gesagt – getan, aber unser Vogel rührte sich nicht vom Fleck. Also stieg mein Mann auf einen Stuhl und konnte die Meise einfach so von der Gardinenstange nehmen. Anscheinend sieht sie im Dunkeln nichts. Feierlich trugen wir die Kleine nach draußen, um sie fliegen zu lassen. Dabei hatten wir nicht daran gedacht, die Tür zu zu machen und prompt flog sie wieder zurück in die Küche, zurück auf die Gardinenstange. Also alles noch mal von vorne. Licht löschen, mein Mann steigt auf den Stuhl, aber dieses mal ist die Meise schlauer. Sobald sich die Hand meines Mannes ihr nähert, trippelt sie auf die anderen Seite der Stange, echt lustig. Naja, die Stange ist ja nicht unendlich lang und irgendwann hatte mein Mann sie dann wieder. Dann liefen wir wieder nach draußen, allerdings waren wir dieses mal schlauer, die Tür wurde geschlossen und die Meise wurde in die Freiheit entlassen, jedoch nicht bevor ein paar Fotos gemacht wurde.

IMG_1021

Bis bald, Anna

PS: Die Fotos sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber als Beweis müsste es allemal reichen 😉 !

Das Haus und seine Gäste!

IMG_1567

Wenn die gesamte Familie alljährlich im Februar zum gemeinsamen Wochenende aufbricht, dann heißt es nur noch: „Wir fahren zu dem Haus!“ Und dann weiß jeder, was gemeint ist. Es ist jedes Jahr das gleiche: die Kinder dürfen es erst kurz vorher erfahren, sonst hat man den Eindruck, sie drehen durch. Und auch wenn nicht alle Erwachsenen es zugeben würden, auch wir sind aufgeregt und freuen uns auf die gemeinsame Zeit. Wie wird es dieses Mal sein? Gott sei Dank, sind wir bis jetzt vor Streit bewahrt geblieben. Beim Kaffee trinken erzählte meine Schwester, dass wenn sie die jüngeren Geschwister draußen beim Spielen warm angezogen und versorgt wusste, sie immer so ein wohliges Gefühl innen drin hatte. Ich weiß genau, wovon du sprichst, sagte ich. Wenn der „kleine“ Bruder in eine Jugendfreizeit fuhr und er genügend warme Sachen und Unterhemden dabei hatte, überkam mich genau dieses Gefühl. Alle brüllten vor Lachen. Aber kennen tun so etwas nur die älteren Geschwister. Genau mit diesem wohligen Gefühl verlasse ich am Ende das Haus und könnte platzen vor Glück, dass diese Menschen meine Familie sind.

IMG_1574IMG_1658

Der Freitagabend ist etwas ungewöhnlich. Da wir dieses Jahr zwei Hochzeiten zu planen haben, werden die Paare dazu verdonnert, die Kinder ins Bett zu bringen, während die anderen ungehindert Pläne schmieden. Spätestens bei Familienfeiern zahlt es sich aus, viele Geschwister zu haben. Und so kommt Einiges an Ideen zusammen, die jetzt in die Tat umgesetzt werden müssen.

Ein besonderes Highlight ist dieses Jahr, dass wir gemeinsam bowlen. Einige von uns haben so etwas noch nie gemacht, mich eingeschlossen. Wir sind uns aber alle einig, das ist das perfekte Familiending. Jedes Alter kann mitmachen und alle haben großen Spaß. Zwei Stunden verfliegen wie im Flug und sind genau richtig. Dann haben auch alle Hunger! Wir schlemmen beim Chinesen vom Buffet.

IMG_1607IMG_1612

Am Sonntag haben wir irgendwie alle die Zeit komplett aus den Augen verloren. Erst wird das Frühstück zelebriert, dann Familienandacht mit viel Singen. Einige wollen unbedingt noch eine Runde spielen (damit sind nicht Kinder gemeint 😉 ), während andere bereits den Grill anwerfen. Mittagessen, packen, aufräumen und schon ist es eigentlich Zeit zum Aufbruch, aber ohne Kaffee will niemand das Haus verlassen. Also trinken wir noch Kaffee und essen den restlichen Kuchen auf. Irgendwie kommen wir jedes Jahr etwas später weg und irgendwie wird es jedes Jahr schöner!

IMG_1725

Von Jahr zu Jahr wird das Haus voll und voller, aber noch haben wir Platz. Und so lange das der Fall ist, sind wir dem Haus und seinem Charme erlegen.

Bis bald, Anna

Närrisches Treiben oder Einmal noch Kind sein!

 

Mit Karneval und Fasching hab ich nichts am Hut. Närrisches Treiben ist mir so fern wie der Osten vom Westen und ich habe nicht die Absicht, das zu ändern. An der Schule, an der ich die Kinder betreue, wird Fasching aber gefeiert. Zuerst wollte ich mich davor drücken und dachte, ich hätte gute Ausreden. Doch da ich montags immer Dienst habe, wurden alle meine gut formulierten Gründe beiseite geschoben. Dienst ist Dienst, da ist wohl nichts zu machen. Nun gut, da galt es, einfach das Beste daraus zu machen. Und so wurde kurzer Hand aus Fasching ein Kostümfest.

Wir hatten einen riesen Spaß, uns zu verkleiden und in andere Rollen zu schlüpfen. Ich weiß nicht, wer mehr Spaß hatte, die Kinder oder ich. Als Kinder haben wir uns nämlich ständig verkleidet und ich habe die besten Erinnerungen daran.

Da waren zunächst die arrogante Königin und ihre hübschen Töchter, die Prinzessinnen, mit ihrer Dienerinn und der Kammerzofe. Die gütige und weise Königinmutter kam zu Besuch. Während die Königsfamilie den von der Dienerinn servierten Sirup genoss, stand auf einmal an der Tür ein Findelkind, das die Königinmutter gütigst aufzunehmen befahl. Wäre es nach der Königin gegangen, sie hätte das arme Kind draußen erfrieren lassen.  Und in dieser ganzen Aufregung tauchte plötzlich ein junger gut aussehender Prinz auf, der um die Hand einer der Prinzessinnen anhielt. Wieder war es die Königinmutter, die der Königin Einhalt gebot. Diese war natürlich gegen eine Heirat.

Dann kündigte sich vornehmer Besuch an und alle wurden zu Tisch gebeten. Die Dienerschaft trug die Speisen auf und der Wein floss in Strömen. Als alle fröhlich und friedlich beisammen saßen, wurde die Königin doch tatsächlich von wildgewordenen Rittern entführt. Alle waren außer sich! Die Königin musste zurück gebracht werden.

Nun, dass sich überhaupt jemand für die arrogante Königin her gab, grenzt an ein Wunder. Aber in heißem Kampf wurde sie gerettet und wohlbehalten nach Hause zurück gebracht. Auf den Schreck hatten alle erneut Hunger und so wurde fröhlich weiter getafelt und die Wiederkehr der Königin gefeiert.

So wurde es doch noch ein unvergesslicher Tag!

Bis bald, Anna